Vernissage von Josef Danner - Sagenhaft Wahr

13. September 2019 - 19:00 Uhr

Die Galerie Rhomberg zeigt die neusten Arbeiten des niederösterreichischen Künstlers Josef Danner. In den 1980er Jahren zählte Danner mit seiner Malerei zu der Wiener Gruppierung „Die Neuen Wilden“. Durch Freunde wie Gunter Damisch, Otto Zitko und Herbert Brandl, fand der damalige Musiker zur Malerei. In der damals neu eröffneten Galerie von Peter Pakesch hatte Josef Danner 1984 seine erste Einzelausstellung in Wien. Die frühen Arbeiten von Danner bewegten sich noch zwischen gestisch-figürlicher und komplett abstrahierten Expressionismus. Heute ist Josef Danner den visuellen, sozialen und mentalen Mustern unserer Zeit auf der Spur. Zwischen philosophischer Tragweite und banalem Witz entwickelt er eine neue Bild-Sprache.

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2011 beginnt Josef Danner, informelle Malereien zu überschleifen und Siebdrucke darüber zu legen. Die abgeschliffenen Leinwände, auf denen verschiedene Farbschichten freigelegt werden, erhalten eine interessante haptische Oberfläche, die gemeinsam mit den komplex und gleichzeitig zeichenhaft aufgebauten grafischen Motiven dem Bild eine neue Tiefe verleiht. Die durch den Bearbeitungsprozess zutage tretenden malerischen Schichten als Pol des Informellen und die durch Siebdruck hinzugefügten grafisch-präzisen Schriftelemente als Pol des Semantischen stellen so eine Ambivalenz zwischen Intuition und Rationalität her.

Die Motive folgen der bewährten Methode des Aufeinandertreffens disparater Elemente zu einem neuen Ganzen. So sind einer Kopfform als Maske japanische Schriftzeichen etwa mit der Bedeutung „Es ist alles bestens… kein Grund zur Beunruhigung…
aber wir entschuldigen uns“ – eine klare Referenz auf die mediale Performance diverser Tepco-Manager anlässlich der Katastrophe von Fukushima – und ein Objekt ähnlich einer altmodischen Motorradbrille eingeschrieben. Eine Madonna mit Kind entpuppt sich als ein Konstrukt aus diversen Formen elektrischer Steckdosen und Schaltkreise. Strahlenförmig aus einem Zentrum entspringende, sich verbreiternde Textbänder
aus disparaten Satzfragmenten, Slogans etc. erzielen über dem malerischen Untergrund beinahe sakrale Wirkung. Die technoiden ikonischen Motive klingen auch hier bewusst an dadaistische und futuristische Traditionen an und verleihen den Arbeiten Dynamik.

Pathos und Negation des Pathetischen befinden sich in einem beabsichtigten Spannungsfeld. Triviales und Überhöhtes mischen sich, „Bruchlinien und Unvereinbarkeiten“, so Josef Danner, sind erwünscht. Zitate ikonischer Fundstücke, „Grafikschrott“, wie er es nennt, Buchstaben und Texteinfügungen ergeben eine Synthese, die Danner in Anspielung auf den Terminus des „sozialistischen Realismus“ scherzhaft auch „kapitalistischen Surrealismus“ nennt.

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